Montag, 13. Mai 2013
Die biologische Uhr tickt weiter
Ich stehe an der Kasse des mir vertraut gewordenen Supermarktes und warte auf die ernüchternde Zahl, die der mit Akne verzierte Lehrling mir nennen wird. Beruhigt, dass es doch weniger zu zahlen gilt, als grob ausgerechnet, reiche ich ihm fast überschwänglich das Geld und strecke meine Hand erwartungsfreudig in seine Richtung, um das Klimpergeld retour zu erhalten. Doch bevor die kalten Münzen in meine Hand fallen, berührt ein unerwartetes Ding meine Haut. Ich blicke auf. In das Aknegesicht, das beim Lächeln eine Zahnspange offenbart:
"Alles Gute zum Muttertag", nuschelt der Junge und überreicht mir eine gelbe Rose.
Ich blinzele. Er strahlt noch immer.
Um es für alle Beteiligten leichter zu machen, schlucke ich den "Wissen Sie eigentlich unter was für Bedingungen diese billigen Schnittblumen gezüchtet werden?!"-Monolog hinunter und versuche ein hölzernes Lächeln. Ich lache künstlich und schrill auf. Und verlasse den Laden sofort.

Schicksal, du bist ein Verräter und steckst mit dieser biologischen Uhr unter einer Decke, ich habe es immer gewusst!

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